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Heute erscheint Sin­gle-Aus­kopp­lung des Pop­star­s:

Auch solo bleibt doch alles Anders

Ko­blenz - Eine Solo-CD und eine rasante Fahrt eine Bobbahn hin­unter in einem Wok - vor dem Koblen­zer Popstar Thomas Anders liegen span­nende Wochen. Heute erscheint Thomas Anders' Solo-Sin­gle "King of Love" als Aus­kopp­lung seiner Ende Februar erschei­nen­den CD "This Time". Die Rhein-Zei­tung sprach mit ihm.





      Wie jemand, der sich konzentriert auf seinen Start bei der "Wok-WM" vorbereitet,
      sieht Thomas Anders nicht gerade aus - und für Trainingslager zum schnelleren
      Herunterfahren einer Bobbahn in einem chinesischen Kochtopf ist Ibiza nicht der richtige Ort...
      "Ich bereite mich mental vor", sagt Anders lachend. Fotoaufnahmen dort waren harte Arbeit.





Wie viel "Modern Talking" steckt in diesem Album?

(lacht) Mindestens mal 50 Prozent - immerhin war ich 50 Prozent dieses Duos und habe mit meiner Stimme unseren Erfolg entscheidend geprägt.

Was erwartet nun die Fans auf der neuen CD?

"This Time" ist für mich die logische musikalische Weiterentwicklung von Modern Talking und enthält überwiegend tanzbare Songs mit modernen Grooves neben einigen gefühlvollen Balladen.

Bisher war ja Ihr früherer Kollege Bohlen federführend in Komposition und Produktion.

Stimmt. Gerne über­sehen wurde, dass ich seit unserer Reunion ständig Songs zu den Modern Talking CDs beigetragen habe und auch selbst als Komponist für z.B. die No Angels sehr erfolgreich bin.

Um was geht's in Ihren Songs?

Wer eine geho­bene poli­tische Aussage in den Liedern sucht, ist bei mir falsch. Natürlich ist es mir schon wichtig, dass die Texte internationalem Vergleich standhalten und zu meiner Persönlichkeit passen. Es ändert aber nichts daran, dass ich in erster Linie ein "Unterhaltungskünstler" bin, der die Gefühle der Fans treffen will. Ja, ich denke, dass die Vorzeichen dafür heute wesentlich besser sind als Ende der 80er-Jahre.

Wie wichtig sind die Fans?

Sie sind die Grund­lage meines Erfol­ges, gleich ob solo oder bei Modern Tal­king. Seit 1988 mache ich sogar einmal im Jahr eine große Fan­club-Par­ty, wo ich exclu­siv für meine Fans singe, Fragen beant­worte und mich sogar mit jedem Fan alleine foto­gra­fie­ren lasse - einfach einmal nur für die Men­schen da bin, die sonst das ganze Jahr für mich da sind. Mir geben diese Treffen wich­tige Feed­backs. Nach unserer auch für mich uner­war­teten Tren­nung erfuhr ich unglaub­lich per­sön­lichen Sup­port, über den ich mich sehr gefreut habe. Zu meiner dies­jäh­rigen Fan­club-Party Anfang Januar sind doppelt so viele Fans gekom­men wie in den Modern Tal­king-Jah­ren.

Können Sie mit "This Time" an den Erfolg von Modern Talking anknüp­fen?

Ich setze mich kei­ner­lei Zwängen aus. Ich habe mein Bestes gege­ben, eine her­vor­ragende CD abzu­lie­fern, und der Rest wird sich zeigen. Die Gigan­toma­nie, die ich mit Modern Talking gleich zwei Mal erleben durfte, ist bei­spiel­los in der Musik­geschichte. Einen solchen Erfolg wieder zu for­dern, wäre schlicht­weg ver­mes­sen.

Der "Gi­tar­rist von Thomas Anders" - haben Sie eigent­lich wieder Kontakt zu ihm?

Nein, warum auch? Wieso sollte ich Kontakt zu jeman­dem suchen, der kal­kuliert nicht nur mich, sondern auch sein nahezu gesam­tes beruf­liches und pri­vates Umfeld in dieser men­schen­ver­ach­ten­den respekt­losen Art angreift. Ich weiß nicht, ob Sie an Hei­ligabend die Bild-Titel­seite gesehen haben. "Dieter Bohlen: Ich ver­zeihe Thomas Ander­s". Erst wollte ich meinen Augen nicht trauen - und habe dann herz­lich gelacht: Dieter ver­zeiht m i r all s e i n e Unver­schämt­hei­ten?

Man sieht Sie momen­tan in Stefan Raabs "TV Total" als Juror von "SSDGPSS" (Stefan sucht den Grand-Prix-Super Star). Im Ver­gleich zu "Deutsch­land sucht den Super­star" gehen Sie ja eher zahm mit den Kan­dida­ten um.

Wir haben wirk­lich tolle Talente, die ernst­haft und voller Emo­tio­nen und Hoff­nun­gen in diese Sendung gehen. Glück­licher­weise sind Joy Fle­ming, Stefan Raab und ich uns einig, dass es nicht unser Stil ist, für billige Quo­ten­hasche­rei auf den Gefühlen der Kan­dida­ten her­umzu­tram­peln. Wir drei Juroren besit­zen die musi­kali­sche Kom­petenz, einen wür­digen Ver­tre­ter zu suchen, der für Deutsch­land beim "Grand Prix" antritt. Nur darum geht es uns. Wenn Sie mit "zahm" "re­spekt­voll" meinen, dann ist das für mich ein tolles Kom­pli­ment.

Wie sehen Ihre Pläne für die nächste Zeit aus?

Zunächst wird mich die Pro­motion rund um "King Of Love" auf Trab halten. Jetzt folgen nonstop TV- und Funk- Shows, in Deutsch­land z.B. am 3. Februar Inter­aktiv (VIVA), am 21. Februar "Ver­ste­hen Sie Spaß?" (ARD) und am 22. Februar Hüt­ten­zau­ber (ZDF). Am 4. März werde ich an der "TV-Total Wok Welt­meis­ter­schaft" (Pro7) teil­neh­men. In Deutsch­land wird dann "This Time" am 23. Februar ver­öffent­licht. Wenn dann Asien und Süda­merika folgen, werde ich dort unter­wegs sein. Auch eine Tournee ist geplant.

Mit Gast­spiel in Koblenz?

Ich fürchte, nein. Koblenz ist, was Kon­zerte angeht, ohnehin ein sehr schwie­riges Pflas­ter. In eigenem Inter­esse beob­achte ich die Ent­wick­lung sehr genau, und aus mir unver­ständ­lichem Grund wurde Koblenz in den Sieb­zigern und Acht­zigern "kon­zert­tech­nisch" völlig über­sehen. Während infra­struk­turell ver­gleich­bare Städte wie Bie­lefeld oder Mann­heim früh­zei­tig eine "Kon­zert­kul­tur" ent­wickelt haben, gehört es nicht zum "Le­bens­gesche­hen" der Koblen­zer, regel­mäßig Pop- Kon­zerte zu besu­chen. Statt dessen fährt man eher nach Köln oder Frank­furt. Aber wissen Sie was? Ich lade Sie und einen Leser mit Beglei­tung zu einem meiner Kon­zerte ein.

Mit freundlicher Genehmigung: Quelle: Rhein Zeitung 2004;