Jede Woche nimmt ein Prominenter Platz auf dem Roten Sofa von SUPER TV. Diesmal ein Sänger, der gerade Ärger hat
Geboren: am 1. März 1963 in Münstermaifeld bei Koblenz. Bürgerlicher Name: Bernd Weidung.
Karriere: Tingelte jahrelang als Sänger durch Diskotheken. Ab 1984 mit Dieter Bohlen
und Modern Talking erfolgreich. Trennung 1987. Wiedervereinigung 1998. Neuerliche
Trennung im Juni 2003. Privat: Lebt mit Ehefrau Claudia und Sohn Alexander in Koblenz.
Autogramme: c/o BMG Berlin, Wittelsbacher Straße 18, 10707 Berlin.
Ganz unfreiwillig kam er wieder in die Schlagzeilen: Sein Ex-Partner Dieter Bohlen behauptet in seinem Buch
»Hinter den Kulissen«, Thomas Anders habe „mit seinen kleinen Grabbelfingern“ in die Modern Talking-
Haushaltskasse gegriffen und sich auf Bohlens Kosten „fleißig bedient.“ Auch sonst lässt Bohlen kein gutes Haar
an seinem Ex-Duett-Partner. Der Verkauf des Buches wurde per einstweiliger Verfügung gestoppt. Neben Thomas
Anders haben auch noch andere Prominente, die in dem Werk schlecht wegkommen, gegen Bohlen Klage
erhoben.
Thomas, hat Dieter Bohlen Ihnen auch früher schon öfter mal die gute
Laune verhagelt?
Nein, wie hätte er das tun sollen? Wir waren ja nicht voneinander abhängig
und haben auch unser Privatleben ganz klar und strikt getrennt. Zu Auftritten
sind wir getrennt angereist, haben unsere Show hingelegt, und danach ging
jeder wieder seiner Wege. Wir waren wie JR und Bobby Ewing in »Dallas«:
Vollkommen verschieden, aber gemeinsam erfolgreich.
Und Dieter ist der größere Schaumschläger.
Das stimmt nicht, das bin ich. Wir waren mal in der »Guinness Show der
Rekorde«. Da habe ich in 47 Sekunden vier Eiweiß mit einem Schneebesen
so steif geschlagen, dass sie fest in der Schüssel blieben. Dieter hat da total
versagt. Aber mit meinen 47 Sekunden bin ich Weltmeister und stehe im
»Guinness Buch der Rekorde«.
Zur Zeit basteln Sie an einem Solo-Album. Als Solist haben Sie aber in
den elf Jahren Pause zwischen Modern Talking-Ära 1 und Ära 2
schlechte Erfahrungen gemacht…
Ich kam aus der Schublade Modern Talking einfach nicht raus. Die Bürde
Modern Talking war extrem schwer, und das wird auch immer mein Problem bleiben.
In Ländern, wo man Modern Talking nicht kennt, war ich als Solokünstler erfolgreicher als
in Deutschland. In Argentinien hatte ich sogar einen Nummer-1-Hit. Also ich war damals
mit mir im Reinen.Und wenn ich immer davon ausgehe, ich muss solo so erfolgreich sein wie Modern
Talking, mache ich mich zum unglücklichen Menschen.
Trotzdem wollen Sie jetzt wieder solo weitermachen.
Ja, ich denke, dass die Vorzeichen dafür heute wesentlich besser sind als Ende der 80er-Jahre.
Damals waren Sie ja irgendwie auch eine Witzfigur - mit dieser überdimensionierten Nora-Kette und
der auffälligen Föhnmähne…
Dann müssen Sie aber auch sagen: Alle Leute, die die Modeerscheinungen der 80er-Jahre mitgemacht haben,
waren Witzfiguren. Wir alle haben doch im Führerschein ein Foto, über das man heute lachen muss.
Haben Sie vor, ähnlich wie die Rolling Stones noch mit 60 Konzerte zu geben?
Wenn man mich dann im Rollstuhl auf die Bühne schiebt… Also ich weiß nicht. Hoffentlich habe ich wahre
Freunde, die mir frühzeitig sagen, wenn’s peinlich wird. Man kann nicht am Krückstock »You’re My Heart, You’re
My Soul« singen.
In mancher Hinsicht sind Sie allerdings ein Spätzünder. Sie mussten fast 40 werden, ehe Sie sich
entschließen konnten, Vater zu werden. Warum erst so spät?
Mit 30 hatte ich überhaupt keine Lust, Kinder in die Welt zu setzen. Da hatte ich ganz andere Dinge im Kopf.
Aber jetzt, wo ich schon viel erreicht habe im Leben, fühlte ich mich wirklich bereit, für ein Kind Verantwortung zu
übernehmen. Heute ist mir vieles unwichtig, weil nur noch zählt, dass es unserem kleinen Sohn gut geht.
Haben Sie für ihn schon Kinderlieder komponiert?
Ich glaube, das könnte ich gar nicht. Ich habe diese kindliche Sprache einfach nicht drauf.
Quelle: SUPER TV 43/2003; SUPERillu Online