Tränenreicher
Abschied von Modern Talking
Das Pop-Duo gab in Berlin sein allerletztes Konzert
Von Marion Menne
Nach 90 Minuten war alles vorbei - keine lange Abschiedsrede, kein großes
Dankeschön, keine Zugabe. Auf der Berliner Parkbühne Wuhlheide sagte
das Pop-Duo Modern Talking Tschüss zur enttäuschten Fangemeinde.
"Als Dieter sagte, wir spielen jetzt die letzte Nummer,
dachten wir, er wollte uns veräppeln", erzählt Susanne Strecker
aufgebracht. Die 30-Jährige war aus Schwerte nach Berlin gereist, um "Dieter
und Thomas" am Samstag Abend (21.06.03) ein letztes Mal auf der Bühne
zu sehen. Unter den 13.000 Modern-Talking-Jüngern war sie wohl einer der
größten Fans. Allein im letzten Jahr besuchte sie fünf Konzerte,
erzählt sie wdr.de.
Mit Blickkontakt zu den Stars in der ersten Reihe
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| Modern Talking
feierte erst vor fünf Jahren sein Comeback |
Auch
am Samstag stand sie wieder in der ersten Reihe, links, auf der Seite von Dieter
Bohlen, weil ihre Freundinnen eher den Dieter als den Thomas mögen. Bei Konzerten
haben die beiden nämlich feste Plätze, erklärt sie. Dieter links,
Thomas rechts. Im Fernsehstudio sei das genau umgekehrt, meint sie und weiß
den Grund dafür auch nicht so genau.
"Es war hammermäßig, richtig schön", schwärmt sie
von dem Konzert. Es gab ein paar alte Songs und auch ein bisschen `was Neues.
Zwischendurch habe sie sogar kurzen Blickkontakt mit Thomas Anders gehabt, nämlich
als sie mit den Freundinnen ihr riesiges Plakat hochhielten, das sie gemalt hatten:
"Danke für acht tolle Jahre". Thomas habe das Plakat gelesen, sie
angeschaut und kurz gegrinst. "Er kennt mich ja seit neun Jahren durch die
Fanclub-Treffen", sagt sie.
Das letzte Lied, das der 49-jährige Bohlen und der 40-jährige Anders
gemeinsam sangen, war das, mit dem 1985 alles begann: "You `re my Heart,
You `re my Soul. Abschiedsschmerz auf der Parkbühne. "Das war schon
traurig, viele um mich herum haben geweint", berichtet Susanne Strecker.
Bohlens letzte Worte: "Bleibt gesund, bis bald" und "Danke".
Buh-Rufe und Pfiffe für Bohlens "Superstars"
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| Ein Bild aus
glücklicheren Tagen: Die Fans Barbara Maus (r.) und Birgit Wobbe, umrahmt
von Modern Talking. |
Während die 30-jährige
aus Schwerte die letzte Bühnen-Show genoss, saß eine Freundin von ihr,
Barbara Maus, enttäuscht und wütend zu Hause in Dortmund. Seit einem
halben Jahr hatte sie Karten für das Konzert in Oberhausen, das am 14. Juni
laufen sollte. Nachdem Bohlen am Pfingswochenende in Rostock das Aus des legendären
Duos verkündete, waren alle Tournee-Termine bis auf Berlin gestrichen worden.
Die 37-jährige Barbara Maus ist gehbehindert und bei Konzerten auf ihren
"Rolli" angewiesen, wie sie sagt. Auf der Parkbühne gab es jedoch
keinen Platz mehr.
Sie schimpft vor allem auf "den Dieter" und die Art und Weise, wie er
Schluss gemacht hat. "Die vielen Konzerte mit seinem komischen Kindergarten,
den Superstars, sind ihm nicht zuviel - ihm geht´s doch nur ums Geld",
wettert sie im Gespräch mit wdr.de und nennt ihn "grobklotzig"
und "unmenschlich". Das sehen andere Fans wohl ähnlich - als Bohlen
in Berlin die "Superstars" erwähnte, gab es Buh-Rufe und Pfiffe.
Der Sänger und Produzent entschuldigte sich in "Bild" mit den Worten:
"Ich teile mich schon jetzt durch 20 - und irgendwann möchte ich vielleicht
auch noch mal mit Estefania eine große Familie gründen...."
Susannes und Barbaras Sympathien stehen fest: "Wir wünschen Thomas alles
Gute und werden ihm treu bleiben." Nach dem Konzert in Berlin freuen sie
sich schon auf den 12. Juli. Dann werde Thomas Anders in seiner Heimat Mörz
bei Koblenz auftreten, erzählt Susanne - auf Einladung eines Schützenvereins.